Vernissage: “Fläche und Raum” – Walter Holzinger


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Datum/Zeit
Date(s) - 02/05/2018
19:00 - 21:00

Veranstaltungsort
Innviertler Künstlergilde

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https://www.innviertelkultur.at/events/vernissage-flaeche-und-raum-walter-holzinger/ical/

Die Innviertler Künstlergilde zeigt im 95 Jahr ihres Bestehens die Ausstellung
FLÄCHE & RAUM
von Walter Holzinger

Ein Querschnitt über die fast 40-jährige künstlerische Auseinandersetzung Walter Holzingers mit Raum & Fläche in verschiedensten Materialien und Techniken.


Vernissage: Mittwoch, 02. Mai 2018 um 19.00 Uhr
Ort: Begegnungsort Gilde, Kirchenplatz 11, 4910 Ried im Innkreis
Ausstellungsdauer: bis Ende August 2018

Geöffnet: Mi 16.00-20.00 Uhr

Zum Plakat: Ausstellung Walter Holzinger – 02.05.2018 – Plakat

Mag. art., Dr. phil. Walter Holzinger
1957 als fünftes von acht Kindern in Ried i.I. geboren. Nach der Pflichtschulzeit Ausbildung zum Bautechniker. Studium der Bildhauerei und transmedialer Raum an der Kunstuniversität Linz. Promotion zum Dr. phil. im kulturwissenschaftlichen Bereich bei Dr. Thomas Macho an der Kunstuniversität Linz.
Teilnahme bzw. Einladungen zu zahlreichen Symposien im In und Ausland. Künstlerischer Leiter des intern. Stahlsymposions Riedersbach (2013-2016), sowie der Holzbildhauersymposien bei Georg Zenz—Holzbau in Gundertshausen. Studienreisen nach Kirgisien, Mexiko, Guatemala usw. Atelier in Ried i.I. und seit mehr als 10 Jahren im „Mülikoasahof“ in Haag am Hausruck.

ABSTRAKTION DER WIRKLICHKEIT
Die Auseinandersetzung mit der Realität hält einen sehr lange gefangen. Um sich dieser Fesseln zu entledigen, bedarf es eines ausreichenden Fundamentes der Abbildung bzw. des Realismus. (Kein Haus würde einem schlechten Boden lange widerstehen) Allen Stilrichtungen liegt diese Basis zugrunde. Der schrittweise Weg zur Abstraktion folgt einer sehr persönlichen Logik. Die dadurch auch kennbare individuelle Sichtweise ist mit dem „Schaffenden“ unmittelbar verbunden. Die persönliche „Handschrift“ wird lesbar und vor Allem sichtbar.

FLÄCHE UND RAUM
Das erste mir noch im Gedanken verankerte Thema war der Mensch. Das ging von der Beobachtung der Körper in Bewegung bis hin zur Erschlafftheit des ruhenden Bewegungsapparats ohne Körperspannung. Das Porträt war für mich das herausforderndste Gebilde, das festgehalten werden soll. Der Raum Kopf mit seiner einmaligen Physiognomie ist heute noch Herausforderung. Von da an ist aus heutiger „Draufsicht“ klar, den Raum bzw. den Raum im Raum auch zu erkunden. Spielereien und Erkundungen mit Raumsituationen fanden als erstes in Papier statt. Unbewusst, wie wir alle nehmen wir Raum nicht nur in seinen visuellen Ausmaßen wahr, sondern erleben Raum mit allen Sinnen (Sprachraum, Klangraum…) und allen physikalischen und mathematischen Regeln wahr. Das reichlich satte Unterbewusstsein hat hier auch seine Hände im Spiel. Nicht zuletzt lässt die Textur des zu Sehenden neue Aspekte in der Betrachtung und Wiedergabe zu.

PERSÖNLICHE AFFINITÄT ZUR KUNST
Die Affinität zur Kunst schlechthin begann eigentlich mit den ersten Farbstiften, welche ich wie meinen Augapfel behandelte. Gezeichnet wurde auf Allem, was mir in die Hände kam, wie Zementsäcke, Kartons, Rückseiten von Prospekten oder dgl. Der Werkstoff Holz, Blech aller Art und Mutter Boden waren die zugänglichen Materialien, mit denen ich experimentieren konnte. Unser Vorgarten war sozusagen das Labor, in dem man sich austoben konnte. Die biedermeierliche Vorgartengestaltung von heute hatte in unserem Umgang mit Fläche und Raum damals keine Relevanz. Von den haptischen Erfahrungen zehre ich noch heute und sie sind auch Ursprung vieler Materialentscheidungen von heute. Der wöchentliche Gang in die Stadtpfarrkirche um die „Statuen“ zu bewundern und in die Deckengemälde einzutauchen, ließ mich so manche Nacht träumen. Die Faszination des Geschaffenen hat mich in dem Bann gezogen. Von da an war klar, ich möchte „Maler und Bildhauer“ werden. Das Wie und Warum beschäftigt mich bis heute. Die Besuche an der Arbeitsstelle meines Vaters, der im Schuhhandwerk tätig war, hinterließen auch ihre Spuren. In den siebziger Jahren war es nichts Besonderes, Alteisen zu sammeln und an einen Händler zu verkaufen. Einige meiner Geschwister und ich waren in dieser „Branche“ tätig. Die Schillinge, die „verdient“ wurden, setzte ich in der unweit gelegenen Trafik um, dafür wurden Kunstbilder zu Studienzwecken angeschafft.


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